Gedenkveranstaltung am ehem. KZ-Außenlager Wandsbek

Die Gedenkveranstaltung am Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers Wandsbek am29. August 2022 ist in diesem Jahr besonders gut gelungen. Die Zahl der Teilnehmenden war sehr erfreulich. Trotz der unüblichen Uhrzeit kamen mehr Gäste als sonst.
Sie hörten eine Rede von Stefan Romey, in der er tiefe Einblicke in die Erfahrungen der damals Inhaftierten gewährte. Die Rede hatte das Thema „Glaube, Hoffnung, Liebe am Ort der Gewalt und des Terrors“. Eine zweite Rede hielt Sandra Polom, deren Großmutter Genowefa Banasiak Häftling im KZ-AL Wandsbek war. Sandra Polom erklärte, welche Verfolgungsgeschichte ihre Großeltern hatten. Und sie las aus einem Erinnerungsbericht ihrer Großmutter, die die Ermordung von Raja Ilinauk am 29.8.1944 erleben musste. Wir danken Sandra Polom herzlich für ihr Kommen und die bewegenden Momente, die wir mit ihr teilen konnten.
Begleitet wurde die Veranstaltung musikalisch durch Katharina Apel-Scholl, die mit der Oboe aus Felicitas Kukucks „Liedern für die Nachtigall“ vortrug. Kukuck war als Künstlerin jüdischer Abstammung Verfolgte des NS.
Das Foto zeigt Sandra Polom mit ihrer Mutter, die aus Schweden gekommen waren.
Zur Vertiefung und zum Download:
>>> Rede von Stefan Romey pdf-Datei 74 KB
>>> Rede von Sandra Polom pdf-Datei 41 KB

Kinotipp: „Final Account“

„Wie erinnern sich die letzten Zeitzeugen an das „Dritte Reich“? Wie blicken sie auf ihr damaliges Denken und Handeln? Über zehn Jahre lang führte Luke Holland Interviews mit hochbetagten Menschen, die als Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene den Nationalsozialismus erlebten und mitgestalteten. In ,Final Account‘ verarbeitet er diese Interviews zu einem eindringlichen Generationenporträt.“ (aus der Filmbeschreibung des Abaton-Kinos).

Mehr über den Film hier im >>> Tagesspiegel vom 27.4.2022

Filmvorführung und Podiumsgespräch mit u.a. Oliver von Wrochem (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) am 16. Septembr 2022 um 18.00 Uhr.
Mehr Infos auf der >>> Homepage des Kinos

Gedenken an den Todesmarsch Hamburg – Kiel 1945

Freitag 2.9.2022 – 15.00 Uhr Mühbrook

Im April 1945 wurden annähernd 800 Häftlinge aus dem Gefängnis Fuhlsbüttel in Hamburg zum „Arbeitserziehungslager Nordmark“ in Kiel-Russee getrieben. Auf diesem Todesmarsch erschossen die Wachleute neun Häftlinge.

In Mühbrook wird die letzte von sechs Gedenktafeln in Erinnerung an die Ermordeten aufgestellt.

Mehr Einzelheiten in diesem >>>Handzettel.

Vertiefende Lektüre in diesem >>> Buch des VSA-Verlages oder hier im >>> Hamburger Abendblatt vom Juni 2019

Mo., 29.8: KZ-Gedenkstätte Wandsbek

Die AG Neuengamme ist auch in diesem Jahr wieder Mitveranstalter bei der Veranstaltung in der KZ-Gedenkstätte Wandsbek.

Der Hintergrund zu diesem Datum 29. August 1944:

Es ist der Tag, an dem Raja Ilinauk „zur Abschreckung“ für die anderen Häftlinge auf dem Lagergelände öffentlich erhängt wurde. Grund: Anfang August war ihr aus Müdigkeit und Erschöpfung eine schwere Gussform heruntergefallen, für die SS war es „Sabotage“.

Heute existiert an diesem Ort eine der Öffentlichkeit zugängliche KZ-Gedenkstätte. Wir möchten jedes Jahr gemeinsam an die Geschichte des KZ Wandsbek und das Leiden der dort inhaftierten Frauen erinnern.

Wir bitten alle, eine Rose mitzubringen.

Mehr zum Programm der Veranstaltung auf >>> diesem Flugblatt

Auf der >>> Webseite der KZ Gedenkstätte Neuengamme gibt es weitere Informationen. Sehr interessant auch die >>> Webseite der Kurt und Herma Römer Stiftung 

Sommerzeit … Lesezeit

Wenn’s heiß wird da draußen und man/frau lieber in der Wohnung bleiben sollte – die beste Zeit zum Lesen.

Interessante Lektüre gibt es vom  Hamburger Metropol-Verlag: Über das Stadthaus und die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus etwa oder Entdeckendes Lernen. Orte der Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen oder Erinnern, erzählen, Geschichte schreiben. Oral History im 21. Jahrhundert.

20. April: Gedenkfeier am Bullenhuser Damm

Die Gedenkfeier am Bullenhuser Damm wird am 20. April um 17 Uhr als Livestream abrufbar sein unter:
Wir möchten allen Menschen und allen Angehörigen weltweit die Möglichkeit bieten, an der Gedenkfeier teilhaben zu können, die aufgrund der Pandemie als geschlossene Veranstaltung durchgeführt werden muss.
Die Aufzeichnung wird im Anschluß auf unserer Website 
www.kinder-vom-bullenhuser-damm.de

eingestellt.
Alle Hamburgerinnen und Hamburger laden wir herzlich ein, ab 18 Uhr am öffentliches Gedenken im Rosengarten am Bullenhuser Damm teilzunehmen (keine Anmeldung erforderlich).

Erinnern an den 3. Mai 1945

Am 3. Mai 2022 begehen wir den 77. Jahrestag der Bombardierung der Häftlingsschiffe in der Lübecker Bucht, bei der 7000 KZ-Häftlinge zu Tode kamen.

Die Amicale Internationale KZ Neuengamme und die Stadt Neustadt in Holstein laden Sie und Euch herzlich ein, am 3. Mai 2022 um 11 Uhr an der internationalen Gedenkveranstaltung am Cap-Arcona-Ehrenfriedhof teilzunehmen. Es sprechen Vertreter/innen des Landtags, der Stadt Neustadt in Holstein und der Amicale Internationale KZ Neuengamme sowie zwei Nachkommen von Häftlingen des KZ Neuengamme aus Polen und Frankreich.

Bereits am 2. Mai finden auf dem Neustädter Marktplatz öffentliche Veranstaltungen zum Thema „Erinnern an den 3. Mai 1945: Handeln für Gegenwart und Zukunft“ statt. In Kooperation mit dem Kinder- und Jugendnetzwerk Neustadt in Holstein kommen Nachkommen von Häftlingen des KZ Neuengamme, Historiker/innen und junge Neustädter/innen ins Gespräch.

Der genaue Programmablauf in Neustadt ist diesem
>>> Flyer zu entnehmen. In dieser >>> Übersicht wiederum ist das Programm „77. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Neuengamme 2022 – Veranstaltungen der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen“ nachzulesen.

Der „Februarstreik“ 1941 in den Niederlanden 

Martinus Letterie, Henk Robeer, Gerrit Meerbeek … wenn das Wort nicht so abgedroschen wäre – sie könnte man als Helden bezeichnen. Sie haben etwas getan, was nicht nur sehr mutig, sondern im wahrsten Sinne des Wortes einzigartig war in Europa: Sie haben ihre Arbeitskollegen und die Belegschaften anderer Werke in Hilversum zum Streik aufgerufen.

Aber nicht zu einem Streik um mehr Lohn oder bessere Arbeitsbedingungen, sondern sie wollten gegen die Verfolgung der jüdischen Bürger/innen in ihrem Land, den Niederlanden nämlich, protestieren.

Und das war das wirklich einzigartige an diesem Streik, denn nirgendwo anders in Europa als in den Niederlanden hat es eine derartige Initiative gegen die Verfolgung der jüdischen Bürger/innen gegeben.

Mit den Worten „Staakt! Staakt!“ („Streik t! Streikt!“) liefen sie durch die Werkshallen einer Radio- und Elektronikfabrik – und viele folgten ihnen. Der Aufruf zum Streik hatte von Amsterdam ausgehend viele Städte der Niederlande, und so auch Hilversum, erreicht und hatte nichts weniger zum Ziel als einen Generalstreik.

Dieser Streikaufruf war letztlich nicht erfolgreich (angesichts der Übermacht von Polizei und deutschen Besatzungstruppen nicht überraschend) aber diese Initiative ergriffen zu haben, das ehrt diese Arbeiter und ihre Kolleg/innen für alle Zeiten

Seit fünf Jahren findet in Hilversum eine Veranstaltung am Ort des Geschehens statt, dort, wo in den 30er und 40er Jahren die Radio- und Elektronikfabrik stand.

Das Foto zeigt Teilnehmer/innen der Gedenkveranstaltung am 26.2.2022. Dort steht auch ein Denkmal, das an die ehemalige Radio- und Elektronikfabrik erinnert.

Von Jahr zu Jahr nehmen immer mehr Personen an dieser Veranstaltung teil – über 100 waren diesmal dem Aufruf des Komitees gefolgt.

https://www.februaristakinghilversum.nl „Der „Februarstreik“ 1941 in den Niederlanden “ weiterlesen